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Was fördert interprofessionelle Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegefachkräften?

by | Mar 20, 2026

 

Poster Title: Was fördert interprofessionelle Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegefachkräften?

Organization or Hospital: Lausitzer Seenland Klinikum

Unit:

Authors: Birgit Wolthusen M.B.A.

Conference Name: Gemeinsam für Pflegeexzellenz 1. Exzellenzkongress in der Pflege- und Gesundheitsversorgung

Presentation Date: May 11, 2026

 

 


 

Project Summary:

Interprofessionelle Kommunikation ist ein zentraler Qualitätsfaktor im Krankenhaus. Diese Literaturarbeit analysiert fördernde Bedingungen der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegefachkräften. Darauf aufbauend wurde das praxisnahe LSK Modell aus Leadership, Schnittstellen und Kommunikation entwickelt, das Führungsverhalten stärkt, Hierarchien reflektiert sowie Mitarbeiterzufriedenheit und Patientenoutcomes verbessert.

Interprofessional communication is a key quality factor in hospitals. This literature review analyzes facilitating conditions for collaboration between physicians and nursing professionals. Based on these findings, the practice oriented LSK model of leadership, interfaces and communication was developed to strengthen leadership behavior, reflect hierarchical structures, and improve staff satisfaction and patient outcomes.

Methods:

Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt.
• Datenbanken: DIMDI, PubMed, Medline
• Ergänzend: Google Scholar, Bibliothekskataloge, Referenzlisten
• Einbezogen: deutsch- und englischsprachige Fachliteratur
• Vorgehen: explorative Einstiegssuche, anschließend systematische Recherche
• Ergänzung durch rückwärtsgerichtete Literatursuche
Insgesamt wurden die zentralen Konzepte, Modelle und Einflussfaktoren interprofessioneller Kommunikation analysiert
und synthetisiert.

Results:

Auf Basis der Literatur wurde das Interprofessionelle Kommunikationsmodell LSK entwickelt. Das LSK-Modell
besteht aus drei ineinandergreifenden Bereichen:
1. Leadership / Führung
• Führung als Schlüssel für interprofessionelle Zusammenarbeit
• Förderung von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen
• Vorbildfunktion der Führungskräfte
• Einordnung in transformationale Führung und Magnet®-Prinzipien
2. Schnittstellen
• Identifikation von Engpässen und Abhängigkeiten
• Bereitstellung von Handlungsspielräumen, Ressourcen, Unterstützung
• Prozessbearbeitung mit: SBAR, Four Habits, InterKiK
3. Kommunikation
• positive interprofessionelle Kommunikation als Voraussetzung
• Wertschätzung, aktives und empathisches Zuhören
• eigene Bedürfnisse wahrnehmen; Beobachtung vs. Urteil trennen
• unterstützende Konzepte: VALUE, GFK (gewaltfreie Kommunikation), Embodied Communication

Conclusion:

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass interprofessionelle Kommunikation nicht allein auf individueller Ebene stattfindet, sondern wesentlich durch Führung, Strukturen und organisatorische Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Insbesondere Pflegefachkräfte und Ärzte nehmen dabei eine zentrale Rolle an den Schnittstellen der Versorgung ein.
• Führungskräfte aus Pflege und Medizin sollten gemeinsam für interprofessionelle Kommunikation sensibilisiert werden.
• Strukturierte Kommunikationsmodelle unterstützen Pflegefachkräfte im klinischen Alltag.
• Regelmäßige Evaluation (z. B. Mitarbeiter- und Patient*Innenbefragungen) ist erforderlich.
• Das Modell eignet sich für Fortbildung, Studium und Ausbildung in den Gesundheitsberufen.

References:

Ertl-Schmuck, Roswitha, u.a. 2014. Wissenschaftliches Arbeiten in Gesundheit und Pflege. 1. Aufl., neue Ausg. Stuttgart: UTB. (UTB S (Small-Format), 4108).
Knudsen, Kai. 2025. SBAR COMMUNICATION IN HEALTHCARE – STRUCTURED REPORTING MODEL. Download von:
https://anesthguide.com/topic/sbar/
Wolthusen, Birgit. 2015. Was fördert interprofessionelle Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegefachkräften? Bachelorarbeit, Evangelische Hochschule
Dresden.
Wysham, Nicholas G., u.a. 2014. Long-term persistence of quality improvements for an intensive care unit communication initiative using the VALUE strategy.
Journal of Critical Care, Volume 29, Issue 3, Pages 450-454

Contact Person(s):

Birgit Wolthusen M.B.A.
birgit.wolthusen@sana.de